Wohin zwei von drei Deutschen reisen, um den Massen zu entkommen

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Vor der Sagrada Família in Barcelona wartet man 2026 bis zu vier Stunden. Die Tickets sind seit Monaten ausverkauft. Rings um die Kathedrale drängen sich Menschenmassen, Selfie-Sticks und Reisegruppen. Der Gaudí-Bau, den man sehen wollte, verschwindet hinter dem Spektakel seiner eigenen Überfüllung.

72 Prozent der Deutschen betrachten die touristische Überlastung vieler Reiseziele als ernstes Problem. Gleichzeitig planen bereits zwei Drittel der deutschen Bevölkerung eine Urlaubsreise für 2026 — bei einer Reiseintensität, die zuletzt vor rund zwei Jahrzehnten verzeichnet wurde.

Das Ergebnis dieser Gleichzeitigkeit: Deutsche Reisende weichen aus. Nicht aus Verzicht — sondern aus Überzeugung, dass die Alternativen besser sind als die überlaufenen Klassiker.

Was Overtourism in der Praxis bedeutet

Gerade beliebte Reiseziele wie New York, Paris und Barcelona könnten sich als problematisch herausstellen. In New York wird es 2026 mit der Fußball-WM und der 250-Jahr-Feier der USA richtig voll. In Barcelona brodelt es: Die Proteste der Einheimischen gegen Wohnungsnot und Overtourism halten an.

Laut der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen stiegen die internationalen Touristenankünfte in der ersten Jahreshälfte 2025 weltweit um fünf Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres — sie übertrafen damit das Niveau vor der Pandemie.

Das Problem ist nicht neu. Neu ist, dass immer mehr Reisende aktiv Konsequenzen ziehen. Overtourism ist kein Nischenthema, denn es betrifft viele beliebte Reiseziele direkt. Die Nachfrage nach Alternativen wächst — und mit ihr ein Markt für Destinationen, die bisher im Schatten der Hochburgen lagen.

Wohin Deutsche stattdessen fahren

Deutschland bleibt auch im Jahr 2025 mit einem Anteil von 35 Prozent aller Urlaubsreisen das wichtigste Reiseziel der Bundesbürger. Gleichzeitig zeigt sich eine zunehmende Vielfalt bei innerdeutschen Destinationen.

Das Reise- und Vermittlungsportal Airbnb hat eigene Daten analysiert und die Top 15 Ziele in Deutschland gekürt, die jenseits der klassischen Hochburgen liegen. Darunter: Fehmarn mit über 2.000 Sonnenstunden und 78 Kilometern Küste, Winterberg als sportliches Herz des Sauerlands, und der Landkreis Lindau am Bodensee mit Alpenblick und mediterranem Flair.

Was diese Ausweichziele verbindet: niedrige Anreisehürden, authentische Erfahrungen und Preise, die weit unter den überfüllten Klassikern liegen. Die durchschnittlichen Urlaubsausgaben der Deutschen lagen 2025 bei 1.636 Euro pro Person — ein neuer Höchstwert. Besonders klassische Mittelmeerziele gehören zu den kostenintensivsten Destinationen, während andere Länder ein vergleichsweise günstigeres Preisniveau aufweisen.

Digitale Plattformen, die rund um die Uhr erreichbar sind, kennen das Gegenstück zu überlaufenen Touristenorten aus eigener Erfahrung. Vox Casino Bonus ist ein Angebot, das Spielern jederzeit Zugang bietet — ohne Warteschlangen, ohne überfüllte Lobbys, ohne Hochsaison. Die Erwartung, Erlebnisse ohne Massenandrang zu finden, gilt für Reisen und digitale Unterhaltung gleichermaßen.

Was Slow Travel mit Overtourism zu tun hat

Für Urlauber, die abschalten möchten und Ruhe abseits der Massen genießen, ist es 2026 wichtiger denn je, diese Gelassenheit mit in ihren Urlaub zu nehmen — ob auf entlegenen Inseln von Nordeuropa bis in die Karibik oder an ganz neuen Reisezielen fern von anderen Urlaubern.

Slow Travel ist die konzeptuelle Antwort auf Overtourism. Weniger Destinationen, mehr Zeit pro Ort, tiefere Einbindung in lokale Kultur. Was früher wie ein Verzicht klang, wird von wachsenden Teilen der deutschen Reisebevölkerung als Qualitätsmerkmal verstanden:

  • Weniger Orte, längere Aufenthalte: Statt fünf Städte in sieben Tagen ein Ort in zwei Wochen
  • Nebensaisonreisen: Bewusste Wahl von Reisezeitpunkten außerhalb der Hauptsaison
  • Mikroregionen entdecken: Landkreise, Kleinstädte und ländliche Regionen statt Metropolen
  • Aktives Vermeiden bekannter Hotspots: Reisende, die Barcelona kennen, wählen 2026 bewusst Valencia oder Tarragona
  • Lokale Infrastruktur nutzen: Keine Touristenshuttles, sondern ÖPNV, Rad und Wandern

Eine zunehmende Bedeutung bei der Einstellung zu luxuriösen Urlauben der Deutschen ist erkennbar — dieser Wert stieg von 13 Prozent im Jahr 2013 auf 22 Prozent im Jahr 2025. Luxus bedeutet dabei immer seltener Fünfsternehotels in Massenzieldestinationen — sondern Exklusivität durch Abgeschiedenheit.

Wohin die Reise international geht

Während an manchen Orten der Welt der Overtourism immer größere Ausmaße annimmt, bleiben andere wahre Juwelen oft unbeachtet. Genau diese stillen Stars stellt die Not Hot List 2026 von Intrepid Travel in den Fokus.

Konkrete Ausweichziele, die 2026 für Deutsche besonders attraktiv werden:

DestinationWarum attraktivOvertourism-Alternative zu
Albanien / NordalbanienUnberührte Berge, günstig, authentischMontenegro, Kroatien
Slowenien (abseits Bledes)Natur, Weinregionen, kleine StädteÖsterreich, Kroatien
Mazedonien / NordmazedonienOhrid-See, Kultur, Preis-LeistungGriechenland
Thüringen / Sachsen-AnhaltUnbekannte Kulturschätze, leerBayern, Rhein
AzorenVulkane, Wale, kein MassentourismusKanaren
NordfinnlandArktis, Nordlichter, StilleLappland-Massentourismus

Was das für den deutschen Tourismus bedeutet

Trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten bleibt die Reisebereitschaft hoch: Bereits zwei Drittel der Bevölkerung planen eine Reise für 2026. Die Ausgaben der deutschen Bevölkerung für Urlaubs- und Freizeitreisen werden im Touristikjahr 2025/2026 voraussichtlich auf 86 Milliarden Euro ansteigen.

Das Geld fließt — aber es fließt anders als früher. Nicht mehr zwingend in die bekanntesten Ziele, sondern in jene, die das Gegenteil von Overtourism versprechen: Platz, Stille, Authentizität und das Gefühl, irgendwo angekommen zu sein, das noch nicht von Touristenströmen definiert wurde.

Destinationen, die dieses Versprechen einlösen können, haben 2026 einen strukturellen Vorteil gegenüber den überlaufenen Klassikern — nicht wegen besserer Werbung, sondern wegen eines Produkts, das genau das liefert, was ein wachsender Teil der deutschen Reisenden sucht.

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