Alter Südfriedhof München – Geschichte, Architektur und weitere Infos

  • Vor 3 Monaten veröffentlicht

Inhaltsverzeichnis

Mitten in München findest du einen überraschend ruhigen Ort: den Alten Südfriedhof. Nur ein paar Gehminuten vom Sendlinger Tor entfernt, tauchst du hier in ein Stück Stadtgeschichte ein. Zwischen hohen Bäumen und verwitterten Grabmälern kannst du spazieren gehen und die besondere Atmosphäre genießen. Fast 500 Jahre Münchner Geschichte spiegeln sich auf diesem Friedhof wider – er wurde bereits 1563 vor den Stadtmauern als Pestfriedhof angelegt. Heute dient der denkmalgeschützte Alte Südfriedhof den Münchnern vor allem als idyllischer Park und als lebendiges Freilichtmuseum: Beim Flanieren begegnest du berühmten Namen auf den Grabsteinen und kannst gleichzeitig eine wohltuende Auszeit im Grünen erleben.


Der Alte Südfriedhof auf einen Blick

  • Lage: Im Glockenbachviertel (Isarvorstadt), nur wenige Minuten südlich vom Sendlinger Tor
  • Gründung: 1563 als Pestfriedhof außerhalb der Stadt durch Herzog Albrecht V.
  • Besonderheit: 1788–1868 einziger städtischer Zentralfriedhof Münchens
  • Umfang: Knapp 10 Hektar Fläche mit rund 18.000 Grabstätten
  • Status: Seit 1944 keine Bestattungen mehr, heute Parkanlage unter Denkmalschutz
Ein Eichhörnchen auf dem Alten Südfriedhof

Geschichte des Alten Südfriedhofs

Der Alte Südfriedhof wurde im Jahr 1563 vor den Toren der Stadt als neuer Pestfriedhof angelegt. Während des Dreißigjährigen Krieges ließ man 1632 aus Angst vor den heranrückenden Schweden sogar die kleine Salvatorkapelle auf dem Friedhof abtragen und die Friedhofsmauer schleifen. Später weihte man mit der Stephanskirche einen Ersatz für die zerstörte Kapelle ein. Dramatisch ging es 1705/06 weiter: Nach dem Volksaufstand der Sendlinger Mordweihnacht wurden Hunderte Aufständische in mehreren Massengräbern auf dem Friedhof bestattet. Zum Gedenken daran errichteten der Bildhauer Franz Xaver Schwanthaler und der Architekt Friedrich von Gärtner einen Brunnen – er gilt als Münchens erstes Kunstwerk im neugotischen Stil.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Alte Südfriedhof zum Hauptfriedhof der Stadt erklärt. Ab 1788 diente er rund 80 Jahre lang als einzige Begräbnisstätte für München – bis 1868 neue Friedhöfe in anderen Stadtteilen eröffnet wurden. Nach über drei Jahrhunderten ununterbrochener Nutzung stellte man 1944 schließlich alle Bestattungen auf dem Alten Südfriedhof ein. Die Zeit und der Zweite Weltkrieg hinterließen Spuren: 1944/45 wurde das Gelände durch Bomben schwer beschädigt. In den 1950er-Jahren gestaltete die Stadt die verwilderte Anlage behutsam zu einem Park um, wobei die historischen Grabmäler erhalten blieben. Heute steht das gesamte Areal des Alten Südfriedhofs unter Denkmalschutz und verbindet auf einzigartige Weise Natur, Geschichte und Erinnerungskultur.


Gräber berühmter Persönlichkeiten

Leo von Klenze – Architekt, prägte das Münchner Stadtbild im 19. Jahrhundert

Friedrich von Gärtner – Architekt, ebenfalls bedeutend für die Münchner Architektur des 19. Jahrhunderts

Joseph von Fraunhofer – Physiker und Optiker, bekannt für seine bahnbrechenden Arbeiten in der Optik

Georg Simon Ohm – Physiker, nach ihm ist das elektrische „Ohm“ benannt

Carl Spitzweg – Maler, berühmt für seine Darstellungen bayerischer Alltagsszenen

Joseph Pschorr – Münchner Brauereigründer, wichtige Figur der Biergeschichte der Stadt

Johann Conrad Develey – Unternehmer, Erfinder des Münchner Süßsenfs

Maximus von Imhof – Mitbegründer des Münchner Oktoberfests

August Hauner – Kinderarzt, Namensgeber des Dr. von Haunerschen Kinderspitals in München

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