Nach Bombendrohung in München: Oktoberfest wieder geöffnet

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Nach einer Bombendrohung haben die Münchner Behörden das Oktoberfest am Mittwoch vorübergehend geräumt. Am Abend gegen 17:30 Uhr gab die Polizei nach abschließender Suche – unter anderem mit Sprengstoffhunden – jedoch Entwarnung. Das Festgelände auf der Theresienwiese wurde wieder freigegeben und der Betrieb konnte anschließend fortgesetzt werden.

Ein Brand und ein Toter

Der Grund für den Großeinsatz war ein Brandanschlag am frühen Morgen im Stadtteil Lerchenau. Nach Polizeiangaben wurde dort ein Wohnhaus in Brand gesetzt – offenbar aus einem Familienstreit heraus. Im Inneren des Hauses entdeckten Ermittler mehrere Sprengfallen, draußen stand ein völlig ausgebrannter Transporter. Kurz nach dem Feuer fand die Polizei in der Nähe eine schwer verletzte Person: der mutmaßliche Brandstifter, ein 50-jähriger Münchner. Er starb wenig später im Krankenhaus.

Später am Abend bestätigten die Behörden einen zweiten Todesfall: Ein 90-jähriger Mann wurde tot aufgefunden und war offenbar der Vater des 50-Jährigen. Damit forderte das Familiendrama zwei Opfer. Die Polizei führt das Geschehen insgesamt auf den Streit innerhalb der Familie zurück. Ein Sprecher sagte, das Haus sei „vorsätzlich in Brand gesetzt“ worden.

Warum die Stadt das Oktoberfest geschlossen hat

Nach der Explosion und dem Brandanschlag reagierten die Behörden sofort mit höchster Vorsicht. Oberbürgermeister Dieter Reiter sprach von einer „verifizierten Sprengstoffdrohung“ gegen das Oktoberfest. Daraufhin wurde das Festgelände gegen 10:00 Uhr geräumt und abgesperrt. Die Polizei leitete eine umfassende Bombensuche ein: Sämtliche Bierzelte und Gastronomie-Bauten wurden mit Sprengstoffhunden kontrolliert.

Um die Bevölkerung zu warnen, schickte die Integrierte Leitstelle um 11:04 Uhr eine stadtweite Alarmmeldung an alle Handys: Auf den Displays erschien ein Warnhinweis „extreme Gefahr“. Viele Münchner dachten in diesem Moment an den rechtsextremen Terroranschlag von 1980. Mit den Maßnahmen wollte die Stadt alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen treffen. So blieb die Theresienwiese den ganzen Nachmittag über geschlossen.

Nach Absuche des Geländes wieder geöffnet

Nach Abschluss der Kontrollen gab es Entwarnung: Das Oktoberfest wurde um 17:30 Uhr wieder geöffnet. Viele Hunderttausend Besucherinnen und Besucher, die sich bereits vor den Toren eingefunden hatten, durften nun auf das Festgelände zurückkehren. In den großen Festzelten der Brauereien war kaum ein freier Platz zu finden – der Ansturm war groß. Draußen hingegen wirkten die Gassen ungewöhnlich leer: An etlichen Fahrgeschäften gab es kaum Wartezeiten, und in den Biergarten-Gassen ging es deutlich ruhiger zu als sonst.

Trotz des Vorfalls kehrte rasch wieder Feststimmung ein. Die Wiesnwirte und Schausteller setzten ihren Betrieb fort, und das Bier floss weiter wie an anderen Tagen. Der Gastgewerbeverband Dehoga zeigte sich zuversichtlich, dass die Stimmung stabil bleibt. Erst recht gilt das Oktoberfest als ein Symbol bayerischer Lebensfreude – nach den Vorfällen versuchten Betreiber und Gäste, sich das Feiern nicht vermiesen zu lassen.

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