Im Herzen Münchens, direkt am Hofgarten, thront die Bayerische Staatskanzlei als prächtiger Regierungsbau. Die eindrucksvolle Kombination aus historischer steinerner Kuppel und modernen Glasflügeln lässt keinen Zweifel daran, dass hier das Machtzentrum Bayerns beheimatet ist. Gleichzeitig ist die Staatskanzlei eine Behörde: Als Regierungszentrale des Freistaats Bayern dient sie dem Ministerpräsidenten und der Staatsregierung als Dienstsitz. Doch auch architektonisch zieht das Gebäude Besucher in seinen Bann – es vereint Alt und Neu in einzigartiger Weise und prägt das Panorama des Hofgartens.

Ab 1905 stand hier das Bayerische Armeemuseum – ein monumentaler Prachtbau im Neorenaissance-Stil, der von Prinzregent Luitpold persönlich eröffnet wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude weitgehend zerstört; nur der zentrale Kuppelbau blieb erhalten. Die Ruine blieb jahrzehntelang stehen, bis die letzten Überreste in den 1980er Jahren abgetragen wurden.
In den 1980ern plante Ministerpräsident Franz Josef Strauß an gleicher Stelle einen repräsentativen Neubau für die Staatskanzlei. Dieses Vorhaben rief jedoch Widerstand hervor: Unter dem Motto „Rettet den Hofgarten“ formierte sich eine Bürgerinitiative zum Schutz des historischen Parks. Erst nach Strauß’ Tod 1988 gelang unter Nachfolger Max Streibl ein Kompromiss: Der Bau wurde verkleinert, der alte Kuppelbau sowie die Hofgarten-Arkaden wurden integriert, und 1993 war die neue Staatskanzlei bezugsfertig. Im selben Jahr konnte Ministerpräsident Edmund Stoiber seinen Amtssitz in dem modernen Gebäude beziehen.

Der heutige Bau vereint historische Substanz und moderne Gestaltung. Herzstück ist der Kuppelsaal im Mittelbau – ursprünglich die Ruhmeshalle des alten Armeemuseums (1905 eröffnet). Die steinerne Kuppel (32 Meter hoch) mit ihrer klassizistischen Anmutung erinnert an das Pantheon in Rom. Vier gewaltige Pfeiler tragen die Kuppel und zeigen die Wappen der vier historischen bayerischen Volksstämme: Bayern, Franken, Schwaben und Pfälzer.
An den Seiten der Kuppelhalle schließen sich die neuen, lichtdurchfluteten Orangerie-Flügel aus Stahl und Glas an. Die erhaltenen Renaissance-Arkaden des Hofgartens wurden in diesen Neubau einbezogen und bilden nun geschwungene, verglaste Galerieflügel, die sich harmonisch zum Hofgarten hin öffnen. Die filigrane Glas-Stahl-Konstruktion der Orangerie steht in bewusstem Kontrast zur massiven steinernen Kuppelhalle. So entstand ein transparentes, offenes Gebäude, das die umgebende Gartenlandschaft einbezieht – von außen kann man durch die Glasfronten einen Blick in das Innere der Regierungszentrale werfen, was symbolisch für transparente Regierungsarbeit steht.
Die Kombination aus altem Kuppelbau und moderner Architektur macht die Staatskanzlei zu einem einzigartigen Anblick. Vom Hofgarten aus genießt man einen malerischen Blick auf die monumentale Kuppel und die flankierenden Glasflügel – ein Motiv, das bei Einheimischen und Besuchern gleichermaßen beliebt ist. Bei schönem Wetter laden die Wiesen und Bänke vor der Staatskanzlei zu einer Pause ein, während der Springbrunnen plätschert und das imposante Gebäude eine majestätische Kulisse bildet.
Hinweis: Als Regierungsgebäude ist die Staatskanzlei im Alltag nicht frei zugänglich. Jedoch gibt es Tage der offenen Tür – etwa zum jährlichen Hofgartenfest – an denen ein Blick in den Kuppelsaal und weitere Räumlichkeiten möglich ist.

Unmittelbar vor der Staatskanzlei, am östlichen Ende des Hofgartens, befindet sich das Kriegerdenkmal – ein Mahnmal für die gefallenen Soldaten. Es wurde 1924 in Anwesenheit von Kronprinz Rupprecht von Bayern eingeweiht (vollendet 1928) und ist den im Ersten Weltkrieg gefallenen Münchnern gewidmet. Das Denkmal ist ungewöhnlich gestaltet: In einer rechteckigen, in den Boden abgesenkten Krypta liegt die überlebensgroße Figur eines toten Soldaten – geschaffen vom Bildhauer Bernhard Bleeker – auf einem Sarkophag aus Stein. Über enge Treppenabgänge gelangt man hinab in diese schlichte Gedenkhalle. An den Wänden und auf der Steinplatte darüber finden sich Inschriften, die an die Opfer erinnern. Ursprünglich waren dort die Namen der 13.000 Münchner Gefallenen des Ersten Weltkriegs verzeichnet; nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Ehrenmal um eine Widmung für die Opfer von 1939–1945 ergänzt.
Heute steht das Kriegerdenkmal im Schatten der Bäume, nur wenige Schritte von der Staatskanzlei entfernt, und mahnt Besucher wie Einheimische an die Verluste der Vergangenheit. Zusammen mit der eindrucksvollen Staatskanzlei im Hintergrund verbindet dieser Ort Geschichte und Gegenwart auf engstem Raum.
Franz-Josef-Strauß-Ring 1, 80539 München, Deutschland
Bayerische Staatskanzlei
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