Eine Wohnung in München zu finden ist schon Aufwand genug. Dass der eigentliche Umzug dann noch einmal richtig anstrengend und mühsam werden kann, merkt man meistens erst, wenn der Transporter in zweiter Reihe bzw. in der Nebenspur steht und hinter einem gehupt wird. Schrecklich, oder?
Der 30. und der 1. sind die Tage, an denen halb München gleichzeitig Kartons schleppt. Transporter sind dann schnell vergriffen, Umzugsfirmen verlangen mehr und die Freunde, die helfen wollten, haben plötzlich keine Zeit mehr oder sind auf Urlaub. Wer ein paar Tage Überschneidung zwischen alter und neuer Wohnung hat, sollte die auf jeden Fall nutzen. Ein Dienstag in der Monatsmitte ist deutlich entspannter als ein Samstag Ende Juli.
In Haidhausen, Schwabing oder im Glockenbachviertel direkt vor der Haustür zu parken, ist an normalen Tagen schon Glückssache. Am Umzugstag auf Glück zu setzen, ist keine gute Idee. Eine Halteverbotszone beantragt man beim Kreisverwaltungsreferat, und zwar lieber früher als später, weil die Schilder schon ein paar Tage vorher stehen müssen. Zwei bis drei Wochen Vorlauf sind realistisch. Und am besten gleich für beide Adressen, denn beim Ausladen ist das Problem dasselbe.
Klingt banal, spart aber am meisten. Der Schrank, der schon seit Jahren wackelt, oder die Kisten aus dem Keller, die man seit dem letzten Umzug nicht geöffnet hat: Das alles muss man tragen, verladen und in der neuen Wohnung wieder irgendwo unterbringen. Brauchbares lässt sich über Kleinanzeigen oder die Nachbarschaftsgruppe weitergeben, der Rest landet beim Wertstoffhof. Für größere Mengen holt der AWM Sperrmüll gegen Gebühr auch direkt ab.
Bücher in kleine Kartons, sonst bekommt sie niemand mehr hoch. Kartons nach Zimmer beschriften statt nach Inhalt, dann stehen sie gleich am richtigen Ort. Und eine Kiste separat packen, die als Letztes eingeladen und als Erstes geöffnet wird: Bettzeug, Ladekabel, Akkuschrauber, Klopapier, etwas zu trinken. Nach einem langen Umzugstag will niemand mehr zwanzig Kartons durchsuchen.
Für ein WG-Zimmer reicht meistens ein Transporter und ein Kasten Bier für die Helfer. Bei einer kompletten Wohnung im vierten Stock ohne Aufzug sieht das anders aus. Spätestens wenn Waschmaschine, Klavier oder ein massiver Kleiderschrank dabei sind, wird aus dem Freundschaftsdienst schnell ein sehr langer Tag, an dessen Ende Macken in Möbeln und Treppenhaus stehen.
Viele Münchner holen sich deshalb zumindest für die schweren Sachen Unterstützung. Wichtig ist, mehrere Angebote zu vergleichen und darauf zu achten, ob ein Festpreis vereinbart wird oder nach Stunden abgerechnet wird. Gute Anbieter wie Paultrans Umzüge schauen sich den Umfang vorher an, bevor sie einen Preis nennen, und übernehmen auf Wunsch auch die Halteverbotszone und den Möbelabbau.
Bei Unternehmen ist die Planung noch einmal eine andere Nummer. Hier geht es weniger um Kartons als darum, dass der Betrieb möglichst ohne Ausfall weiterläuft. Arbeitsplätze, Server, Akten und Möbel müssen so umziehen, dass am nächsten Morgen wieder gearbeitet werden kann. Viele Firmen legen den Umzug deshalb auf ein Wochenende. Wer einen Firmenumzug in München plant, sollte früh mit der Organisation beginnen und die IT von Anfang an mit einbeziehen, denn dort entstehen erfahrungsgemäß die meisten Verzögerungen.
Zwei Wochen hat man Zeit, sich im neuen Zuhause umzumelden. Dafür braucht man die Wohnungsgeberbestätigung vom Vermieter und einen Termin im Bürgerbüro. Den sollte man sich am besten schon vor dem Umzug online sichern, weil freie Termine in München nicht immer kurzfristig zu bekommen sind.
Danach die neue Adresse an Arbeitgeber, Bank, Versicherungen, Krankenkasse, Beitragsservice und Energieanbieter weitergeben. Ein Nachsendeauftrag bei der Post fängt in den ersten Monaten alles ab, was man vergessen hat.
Ein Umzug in München wird selten wegen der Kartons stressig, sondern wegen der Dinge drumherum: kein Parkplatz, kein Termin, keine Helfer. Wer früh plant und ehrlich einschätzt, was er selbst stemmen kann, hat am Umzugstag deutlich weniger Probleme.
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